Fogging – ein neues Phänomen?

Was verstehen wir unter dem Phänomen „Fogging“ (vom engl. Fog = Nebel)

Als Fogging, Schwarzstaub oder auch magic- dust, bezeichnet man das Phänomen der Schwarz-Verfärbungen von Wänden und Räumen. Dieser Effekt tritt meistens zur Winterzeit auf, und meist verstärkt nach einer Renovation durch den Maler, aber auch durch andere Renovationen kann das Phänomen hervortreten. Es kann an dieser Stelle auch den Wechsel des Bodenbelages, Wandbeläge, Teppiche, Vorhänge oder aber auch Einrichtungs-Gegenstände genannt werden. Verschiedene Quellen bestätigen diese Beobachtungen.

Zur Optischen Erkennung gibt es verschieden Ansichten, während die einen nur von einer optischen Minderung sprechen, reden andere Stellen / Betroffene von beträchtlichen Einbussen, von Wohnqualität bis hin zur Gesundheitlichen Beeinträchtigung.
Ich denke, dass das grösste Problem die Visuell sofort erkennbare Veränderung und Verschmutzung darstellt, die meist sofort nach der Renovation auftritt. Innerhalb weniger Tage können Fliesen, Tapeten, Wände, Vorhänge, Schalterabdeckungen und elektrische Leitungen sich Schwarz verfärben. Oft geschieht dies nach Tagen, Wochen und Monaten.

Was ist das „Schwarze“?
Die Experten sind sich einig, dass es sich bei der Ablagerung um schwerflüchtige organische Verbindungen (SVO,(Semivoltaile Orcanic Compounds)), langkettige Alkane, Alkohole, Phtalate und andere Weichmacher handelt, und zum anderen von der Abscheidung von elektrostatisch negativ geladenen Russteilchen und Aerosole, die aus Kerzen, Duftkerzen, Tabakrauch, Feinstaub und Laserdruckern anfallen können.
Eine Untersuchung des Frauenhofer Wilhelm-Klauditz-Instituts zeigte, dass der Schwarzstaub einen grossen Teil von organischen Stoffen enthält.
Natürlich ist es für den Verbraucher schwer zu verstehen, dass solch „einzelne“ Faktoren ein solches „Schadenbild“ erzeugen, jedoch ist es laut Beobachtungen, nur ein Teil des ganzen „Fogging-Effektes“. Meist bedarf es ein zusammentreffen verschiedener Faktoren wie auch unterstützenden bauphysikalische Begebenheiten. Dazu später mehr.

Von wo kommt das „Schwarze“
Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die SVOC –Teilchen. Zur Erklärung: in der heutigen Um- und Wohnwelt ist sehr viel mit diesen Verbindungen „kontaminiert“
Es lässt sich in Möbel, Klebstoffen, Teppiche, Laminat, Parkett, Klebstoffen aller Art, Vorhänge, Deckenverkleidungen, Elektrokabelhüllen, Bilderrähmen, alle Plastikprodukten, etc. nachweisen. Diese Inhaltsstoffe werden allesamt über kurz oder lang, sowie mehr oder weniger intensiv an die Umgebungsluft abgegeben. Zum Verständnis: Wir alle kennen den Geruch von neuem Laminat, Teppiche, Farben etc., dies genau sind diese Inhaltsstoffe die an die Umwelt abgegeben werden.
Wie wir unschwer erkennen können, lässt sich diese Liste noch lange erweitern. Woher Kerzen- oder Duftlämpchen-Russ herkommt brauchen wir nicht zu erklären, meine einzige russende Kerze oder ein russendes Duftlämpchen dass erwärmtes Oel in die Raumluft abgibt, wird schon als kritisch erachtet.
Es ist auch erklärbar ist, woher Tabakrauch und andere Russverschmutzungen herkommen, vor allem wenn noch ein Chemineé in Zimmer steht.

Was sind diese SVOC (Semivoltaile Organic Combounds / Schwerflüchtige organische Verbindungen)
Weichmacher, resp. Weichmachermittel, sind Stoffe, die verschiedenen Materialien beigemischt werden, damit diese weich, geschmeidig und elastisch bleiben, oder sind.
Der meistgebrauchte Weichmacher ist Diethylhexylphtalat (DEHP) und wird in praktisch allen PVC (polyvinilchloride.Verbindungen) sowie Elastomeren verwendet. Aufgrund negativer Einschätzungen einer EU-Arbeitsgruppe vom Jahre 2000 wurde dieser Stoff als fruchtbarkeitschädigend eingestuft, und ist in Kinderspielzeug nicht mehr zu finden. Wenn wir jedoch die Import-Spielzeuge aus China einbeziehen, werden wir sehr schnell diesen Entscheid wieder relativieren. Auch in Spielzeugen aus China sind SVOC enthalten. (Plastik und PVC)
Andere Weichmacher sind Methylvinilether, Acrylsäureethylester, Mesamoll, sowie Hexamoll.
Auf diese Weichmache näher einzugehen, ist in dieser Arbeit nicht von Wichtigkeit, daher werde ich diese nicht mehr weiter erwähnen.

Faktoren für solche Erscheinung und wo erscheint es
Vorausgegangene Renovierungsarbeiten sind in 86% der beobachteten Foggingfällen ausschlaggebend. Die Art der Arbeiten sind auch noch mitentscheidend: in ca 50% wurden Malerarbeiten durchgeführt, in ca 30% Fussbodenarbeiten.
Aerosolteilchen sind Thermodiffus, das heisst, sie bewegen sich von wärmeren in kältere Luft und scheiden sich dort aus. Daher ist dieser Effekt oft über Heizkörper und Heizrohren zu sehen, da die Teilchen an der kühleren Decke sich ablagern. Kalte Aussenwände und / oder Wärmebrücken sind weitere Orte, an denen sich diese Teichen am schnellsten ablagern. Ist die Wohnung im Herbst noch saniert worden, und wird es im November schon kalt, so tritt diese Fogging Phänomen sehr schnell auf: (innert Tagen)
Aussenluftstaub in An- oder Abflugzonen eines Flughafens, Autobahnnähe sowie intensiver Verkehr in der Nähe sind sich auch ein Faktor zur Feinstaubentwicklung in Innenräumen. Raumnützung, Heizverhalten, rel. Luftfeuchtigkeit sowie Lüftungsverhalten sind weitere Faktoren. 

Ursache der Verschmutzungen

Es braucht verschiedene Faktoren, die zum Fogging führen, es sind diese:

Innenraumklima (Temperatur, rel.LF)
Aussenluftklima (Temperatur, rell LF)
Feinstaubbelastung (Autobahnnähe, Verkehr, Flughafennähe) aussen und innen
Weichmacherbelastung innen (Möbel, Farben, Böden, et.)
Russbelastung durch Flammen und Kerzen
Isolation und Taupunktunterschreitung der Wände
Heizkörper und dessen Standorte
Wohnverhalten

Gesundheitliche Auswirkungen von Fogging

Es kann bisher nicht nachgewiesen werden, dass Fogging gesundheitliche Nachteile mit sich bringt. Es kann durchaus sein, dass bei Allergiker, jedoch vermutlich noch mehr bei Asthmatiker, von Beeinträchtigungen ausgegangen werden darf, wenn die Feinstaub- oder Schwarzstaub-Belastung zu gross wird. Wenn dies der Fall sein sollte, so gibt es sicher weiter Überlegungen die zu tätigen sind, insbesondere, wie die allgemeine Belastung in und um die Wohnräume ist.
Kurzfristig und im Zusammenhang mit der Renovation, ist anzumerken, dass eine zeitnahe Renovation angestrebt wird, um allfällige Beeinträchtigungen zu verhindern.
Verschiedene Quellen im Internet bestätigen diese Aussage.

Sanierungsvorschlag nach Schadenereignis

Es ist nötig, das gesamte Wohnverhalten zu hinterfragen, und allfällige Fehlerquellen, und Schadstofflieferanten zu finden. Gibt es im Wohnraum offene Flammen, Gasöfen, Durchlauferhitzer, stehen viele Kerzen oder Duftlampen im Raum, wie ist die Möblierung, Aussenklima, Innenklima, Isolation der Wände, danach Wahl der richtigen Farbe .Es muss eine Weichmacherfreie Innendispersion sein, verschiedene Produkte gibt es schon auf dem Markt. Eine weitere Möglichkeit ist eine Innensilikatfarbe die auch Weichmacherfrei ist.
Des Weiteren muss die Wandtemperatur an den Aussenwänden kontrolliert werden, ob diese den Anforderungen entspricht, allenfalls mit Dämm- und/ oder Isolierplatten Platten Innwändig isolieren.
Zögern Sie nicht, bei Fragen und zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

© Michel Andres 2015